Über mich

Sieht alles. Passt sich nur ungern an.

Barbara Weidmann dreht mit dem Smartphone am Windschutz-Mikrofon

Meine Schülerzeitung hieß „Chamäleon“. Untertitel: „Sieht alles, passt sich aber nur ungern an.“ Ich finde, das ist ein ziemlich brauchbares Lebensmotto. Auch wenn ich damals vermutlich noch nicht ahnte, wie oft ich es später brauchen würde.

Ich bin neugierig. Auf Menschen, Geschichten, Technik und alles, was plötzlich Dinge möglich macht, die gestern noch undenkbar waren. Ich probiere gern aus, stelle viele Fragen und habe eine gewisse Schwäche für Geräte, Programme und Ideen, bei denen andere erst mal die Augen verdrehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich jedem Trend hinterherlaufe. Ich möchte wissen, was eine neue Technologie tatsächlich kann, wo ihre Grenzen liegen und ob sie uns die Arbeit erleichtert. Manchmal ist die Antwort begeistert. Manchmal ist sie: Lasst den Quatsch.

Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich fast genauso gern erkläre, wie ich selbst ausprobiere. Besonders schön finde ich den Moment, wenn jemand, der sich eine Sache bisher nicht zugetraut hat, plötzlich merkt: Das kann ich ja selbst. Deshalb gebe ich heute Workshops und Seminare zu Video, Mobile Reporting und künstlicher Intelligenz. Und lerne dabei regelmäßig selbst etwas dazu.

Und dann kam generative KI. Plötzlich konnten Computer Texte schreiben, Bilder erzeugen und sich mit uns unterhalten. Was früher Programmierkenntnisse erforderte, geht heute oft mit einem Satz ins Mikrofon. Mich fasziniert die Technik dahinter genauso wie die Frage, was das mit unserer Gesellschaft macht. Wer profitiert davon? Wem kann man noch glauben? Und wo landen eigentlich unsere Daten? Ich probiere begeistert aus, inzwischen auch als TÜV-zertifizierte KI-Trainerin. Aber bei Datenschutz und Privatsphäre hört der Spaß für mich auf. Meine Daten gehören mir. Die NSA muss schließlich nicht alles wissen.

Und ja: Eigentlich heiße ich Barbara Weidmann-Lainer. Das Chamäleon hat sich ausnahmsweise angepasst. Der Kürze wegen.

EIN PAAR STATIONEN

Keine Karriereleiter.
Eher eine Expedition.

Ein paar Umwege, überraschende Begegnungen und technische Revolutionen, die manchmal erstaunlich schnell im Elektroschrott landeten. Dazu Geschichten, die ich so vermutlich kein zweites Mal erleben möchte.

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01 / 09
Barbara Weidmann spricht lächelnd mit einem Mikrofon in einer Workshoprunde; um sie herum sitzen und stehen Teilnehmende.

Raus aus der eigenen Suppe.

Ich liebe den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern. Weil ich dabei immer wieder feststelle, dass man dieselben Dinge ganz anders machen kann. Und dass die eigene Methode nicht automatisch die beste ist, nur weil man sie schon seit zwanzig Jahren praktiziert.

Für das US-Außenministerium war ich bei TechCamps in Georgien und der Republik Moldau im Einsatz. Für das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) habe ich über mehrere Jahre Social-Media-Seminare gegeben, unter anderem für Menschen im östlichen Europa und in Zentralasien. Dazu kamen ein internationaler Podcast-Workshop für die Universität Glasgow und viele Seminare im gesamten deutschsprachigen Raum.

Aber die spannendsten Gespräche fanden oft außerhalb der Seminarräume statt. Bei der MOJOCON in Irland zum Beispiel, wo sich regelmäßig Mobile Journalists aus aller Welt trafen. Da ging es um neue Ideen, verrückte Experimente und die Frage, welche Technik wirklich etwas taugt. Viele dieser Kontakte bestehen bis heute. Über internationale Netzwerke, Veranstaltungen und Slack-Gruppen bekomme ich mit, woran andere gerade tüfteln.

Ich finde, man kann gar nicht oft genug über den eigenen Tellerrand schauen. Sonst hält man irgendwann die eigene Suppe für die ganze Welt.