Sieht alles. Passt sich nur ungern an.
Meine Schülerzeitung hieß „Chamäleon". Untertitel: „Sieht alles, passt sich aber nur ungern an." Ich denke bis heute gerne daran – weil er ziemlich genau beschreibt, wie ich arbeite. Ich schaue mir jede neue Technologie an. Aber ich mache nicht alles mit.
Nach dem Politikstudium in München und Praktika von der BBC in London bis ins Bundesministerium landete ich beim Fernsehen: bei ProSieben, im Gründungsteam der Talkshow Arabella Kiesbauer und später als Chefin vom Dienst der nationalen Nachrichten. Schon damals bildete ich Volontäre aus. Dass mir das Erklären liegt, hätte ich da vielleicht schon ahnen können.
Dann wurden die Nachrichten ausgelagert, und ich hatte die Wahl: mitgehen oder mein eigenes Ding machen. Ich ersteigerte bei eBay einen gebrauchten MiniDV-Camcorder. „Videojournalismus? Nicht sendefähig!", hieß es damals. Heute ist das Standard. Ab 2002 gab ich erste Workshops – beim Bayerischen Journalisten‑Verband, beim Ausbildungskanal afk, an der Akademie der Bayerischen Presse. Nicht weil ich Dozentin werden wollte, sondern weil mich alle dasselbe fragten: „Wie machst du das?"
2007 kam das iPhone, wenig später passte der Videoschnitt in die Hosentasche. „Mit dem Handy drehen? Nicht sendefähig!" Ich habe es wieder nicht geglaubt – und wieder recht behalten: 2023 hat mir das sogar einen Mobile Journalism Award eingebracht, für „The Organ Builders" – komplett mit dem Smartphone gedreht. Seitdem habe ich viele digitale Entwicklungen früh aufgegriffen, kritisch eingeordnet und für meine Arbeit nutzbar gemacht: neue Geräte, neue Plattformen, neue Formate und neue Produktionsweisen. Der Kompass blieb dabei immer gleich: Die Geschichte entscheidet, was zum Einsatz kommt. Nicht umgekehrt.
Und dann saß ich im Winter 2022 mit meiner Familie am Tisch, und wir sprachen zum ersten Mal mit ChatGPT. Über Umwege, offiziell gab es das bei uns noch gar nicht. Diese Sprachqualität hat mich umgehauen. Ich wusste zum dritten Mal in meinem Berufsleben: Das ist das nächste große Ding. Seitdem lässt mich KI nicht mehr los – inzwischen auch als TÜV-zertifizierte KI-Trainerin. Ich probiere viel aus. Aber ich empfehle nur, was in der Praxis hilft, verantwortbar ist und den Aufwand wert ist.
Und ja: Eigentlich heiße ich Barbara Weidmann-Lainer. Das Chamäleon hat sich ausnahmsweise angepasst – der Kürze wegen.
Diese Website hätte ohne KI vermutlich noch zehn Jahre auf ihren Relaunch gewartet.
Wer mich schon länger kennt, weiß: Eine neue Website stand nicht erst seit gestern auf meiner Liste. Ideen hatte ich genug. An der Umsetzung ist es trotzdem immer wieder gescheitert.
Diesmal habe ich sie selbst konzipiert, geschrieben, gestaltet und umgesetzt – zunächst mit Claude, später zusätzlich mit Codex als Sparringspartner und Werkzeug. Wir haben Ideen entwickelt, Texte umgemodelt, Designentscheidungen diskutiert, interaktive Elemente gebaut und einiges wieder verworfen.
Auf Knopfdruck entstand hier wenig. Manches funktionierte sofort, manches erst im fünften Anlauf. Und manchmal musste ich Claude oder Codex erklären, warum ein Vorschlag zwar logisch klingt, aber an der Realität vorbeigeht.
Genau so arbeite ich auch in meinen Kursen: KI kann erstaunlich viel. Aber sie braucht jemanden, der weiß, was entstehen soll, Entscheidungen trifft und notfalls sagt: Nein, das ist Quatsch.
Wenn du lernen willst, wie man KI so einsetzt: Genau das bringe ich dir bei.