Von der Expertise zum Creator-Profil
Fachwissen in ein klares öffentliches Profil und mehrere journalistische Formate übersetzen, ohne jede Idee zu beliebigem Content glattzubügeln.
Vom Freelancer zum Creator
Eine praktische, datensensible und bezahlbare KI-Werkbank für freie Journalistinnen und Journalisten, die ohne redaktionelle Infrastruktur arbeiten.
Es geht nicht um die billige Massenproduktion von KI-Texten. Freie sollen KI für ihren gesamten selbstständigen Betrieb nutzen können, eigene Formate entwickeln und ihr Publikum direkt erreichen.
KI für den gesamten Arbeitsalltag
Mehr als Texte mit ChatGPT: Der Pilot untersucht fünf Arbeitsbereiche – und wählt daraus drei oder vier konkrete Workflows zum Testen aus.
Die Lücke
Viele Freie lernen generative KI zuerst als Textwerkzeug kennen: für Transkriptionen, Übersetzungen, Überschriften, SEO oder das Überarbeiten von Texten. Das ist nützlich, betrifft aber nur einen kleinen Teil ihres Berufsalltags. Recherche, Produktion, Organisation, Sichtbarkeit, Publikumsaufbau und betriebliche Entscheidungen konkurrieren um dieselbe knappe Zeit.
Die Workbench untersucht kostenlose, kostengünstige und lokal betreibbare Werkzeuge ebenso wie Bezahlangebote. Bezahlbar bedeutet dabei nicht kostenlos: Auch eine Investition kann sinnvoll sein, wenn sie Zeit spart, die Qualität erhöht oder neue Erlösmöglichkeiten schafft. Entscheidend ist, was für Freie praktisch nutzbar, datensensibel und wirtschaftlich sinnvoll ist – und wo Datenschutz, Quellenschutz oder unzuverlässige Ergebnisse gegen den Einsatz sprechen.
Der geplante Pilot
Die Abläufe sollen gemeinsam mit freien Journalistinnen und Journalisten entwickelt und getestet werden. Die Auswahl ist bewusst vorläufig. Entscheidend ist, was sich im Arbeitsalltag bewährt.
Fachwissen in ein klares öffentliches Profil und mehrere journalistische Formate übersetzen, ohne jede Idee zu beliebigem Content glattzubügeln.
Material nachvollziehbar für Text, Audio, Video und Social Media erschließen. Quellen, Entscheidungen und menschliche Kontrollpunkte bleiben sichtbar.
Pitches, Aufträge, Fristen und Nachfassaktionen organisieren, damit die Verwaltung nicht heimlich die ganze Woche auffrisst.
Entscheiden, welche Daten und Aufgaben mit welchen KI-Systemen verantwortbar bearbeitet werden können. Dazu gehört auch die völlig legitime Entscheidung, keine KI zu verwenden.
Was entstehen soll
Warum hier „Creator“ steht
In diesem Projekt bedeutet der Schritt zum Creator, nicht mehr ausschließlich von einzelnen Aufträgen abhängig zu sein. Freie entwickeln aus ihrer Expertise erkennbare Formate, werden sichtbar, wählen die passenden Medien für ihre Geschichten und bauen eine direkte Beziehung zu ihrem Publikum auf.
Video kann dazugehören. Ebenso ein Newsletter, ein Podcast, ein Erklärformat, ein Workshop oder etwas, das noch keinen beeindruckenden englischen Namen bekommen hat. Entscheidend sind größere journalistische und wirtschaftliche Eigenständigkeit.
Hinter dem Projekt
Freie Journalistin, Multimedia-Trainerin und zertifizierte KI-Trainerin
Ich arbeite seit mehr als zwei Jahrzehnten als freie Journalistin und teste generative KI seit Ende 2022 in praktischen Arbeitsabläufen. Meine Trainings reichen von Recherche, Text und Transkription über Bild, Audio und Video bis zu eigenen Assistenten und agentischen Workflows. Datenschutz, Quellenschutz und menschliche Kontrolle gehören immer dazu.
Die Arbeitsrealität Freier kenne ich aus meiner eigenen Praxis und aus langjährigem berufspolitischem Engagement. Ich war mehrere Jahre stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Freie im Bayerischen Journalisten-Verband, arbeitete zehn Jahre im Mentoring-Programm des BJV mit und bin Mitglied bei Freischreiber.
Die Idee für die Workbench beschäftigt mich seit fast zwei Jahren. Aus vielen Gesprächen und einzelnen Workshops soll nun ein dokumentiertes Pilotprojekt werden.